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Salzbergwerk in Wieliczka

Salzbergwerk in Wieliczka

Wieliczka ist in der ganzen Welt wegen seinem Salzbergwerk bekannt. Das Siedesalz aus den Oberflächensalinen wurde hier schon 3500 v. Chr. gewonnen, die Salzförderung dagegen begann im 13. Jh., aus dieser Zeit stammt der älteste Schacht, der im Hof des Salinenschlosses entdeckt wurde. Die Saline war zuerst im Besitz des Fürsten, dann des Königs. Mit dem Geld aus dem Salzverkauf wurden u.a. Professoren der Krakauer Akademie entlohnt, Krakauer Kirchen und Häuser gebaut und renoviert, sowie Wawel im Renaissancestil ausgebaut. Aufgrund seiner Einzigartigkeit  wurde 1978 das Salzbergwerk in die UNESCO-Liste eingetragen. Es ist das einzige Bergwerksobjekt, das seit dem 13. Jh. ununterbrochen tätig ist. Sein origineller Grubenbau stellt alle Entwicklungsetappen der Fördertechnik dar.
Über Jahrhunderte wurden in Wieliczka 26 Schächte gebaut, sowie über 2 Tausend Kammern auf 11 Ebenen und fast 300 km Gänge mit einer Tiefe  von 57 bis 327 m ausgehöhlt. Dank großer Beständigkeit des Grubenbaus sind sogar die Ende des Mittelalters ausgehöhlten Kammern erhalten geblieben. Die historische Zone umfasst die Ebenen I-V (218 Kammern und 190 Gänge) und auf die Besucher warten wahre, im Salz ausgeführte Wunder: mit Salzskulpturen geschmückte Kapellen, Salzseen, alter Grubenbau mit Originalholzausstattung, alte Bergmannswerkzeuge…
Die zwei Kilometer lange Touristenroute (Ebene I-III) führt durch 22 Kammern, weitere 16 warten auf die Besucher in der unterirdischen Abteilung des Museums der Krakauer Salinen (Ebene III). Zu den berühmtesten gehören die barocke St.-Antonius-Kapelle (17. Jh., die älteste im Bergwerk) und die St.-Kinga-Kapelle (im 18 Jh. errichtet, seit dem 19. Jh. stellt sie ein unterirdisches Sanktuarium), deren entzückende Ausstattung wir den Bergleuten verdanken, vor allem den Bildhauer-Autodidakten: Józef und Tomasz Markowski, sowie Antoni Wyrodek. Malerische unterirdische Seen befinden sich in den Kammern Weimar, Erazm Barącz und Józef Piłsudski. In der letzten wurden einst feierliche Fährenfahrten bei Orchestermusik unternommen. In der höchsten Kammer der Route, der Staszic-Kammer (36 m) versuchten die Deutschen während des II. Weltkriegs eine Montagehalle für Flugzeugteile einzurichten. In den Kammern Warschau, Weichsel und Budryk wurde jetzt ein Veranstaltungs-, Sport- und Gastronomiezentrum eingerichtet.
Äußerst interessant präsentiert sich auch die unterirdische Ausstellung des Museums der Krakauer Salinen (Besichtigung nach Beendigung der touristischen Route im Ticketpreis inbegriffen). Hier wurden Ausstellungsstücke versammelt, welche die Entwicklung der Bergwerktechnik darstellen, u.a. Gegenstände und Werkzeuge, Haspeln, Pferdegöpel, Bergwerkskarten und alte Stiche mit Darstellung des Wieliczka-Bergwerks. Ein wahrer Schatz ist der Horn der Wieliczka-Knappschaft von 1534, der wahrscheinlich in der Werkstatt des Goldschmieds Andreas Dürer, dem Bruder des berühmten Albrecht aus Nürnberg, ausgeführt wurde.

Salzbergwerk Wieliczka,  ul. Daniłowicza 10, Wieliczka, Tel.: +48 12 2787302, 2787366;
Besichtigung nur mit Führung: IV–X täglich 7.30–19.30, XI–III täglich 8.00–17.00;
Tickets: 50 PLN, ermäßigt 37 PLN, Familien: 137 PLN. Die Temperatur unten ist stabil und beträgt 14oC.

Sehenswert in der Umgebung !
Salinenschloss in Wieliczka, ein Teil der Ausstellung des Museums der Krakauer Salinen
Hölzerne St.-Sebastian-Kirche, der älteste Tempel von Wieliczka
Freilichtmuseum für Volkstümliche Holzarchitektur und Fragmente des mittelalterlichen Schlosses im unweit gelegenen Dobczyce
Salzbergwerk in Bochnia
, wo eine unterirdische Bahn oder die 140-m lange Rutsche benutzt werden können

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