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Kazimierz in Kraków

Kazimierz in Kraków

Der reizvolle Kazimierz wurde 1335 angelegt. Sein Gründer war Kasimir der Große (deswegen auch der Stadtname), der ein Konkurrenzzentrum zu Kraków errichten wollte… Heute wird Kazimierz vor allem mit den Krakauer Juden in Verbindung gebracht, die sich hier Ende des 15. Jh. niedersetzten und eine dynamische Gemeinde geschaffen haben. Bis zum II. Weltkrieg war es eines der größten Zentren der jüdischen Kultur in Polen. 1978 wurde das Stadtviertel Kazimierz (das mittelalterliche Gebiet von Kazimierz und die Vorstadt Stradom) zusammen mit der Krakauer Altstadt und Wawel zur Erinnerung an die Jahrhunderte lang währende, tolerante Koexistenz der Juden und Christen in die UNESCO-Liste aufgenommen.
Der Kern von Kazimierz bildet die Szeroka Straße, eigentlich ein großer Platz, an dem einst vier Synagogen standen. Hier befanden sich auch einige Gebetshäuser, der Sitz vom Kehillah (Gemeindeverwaltung), Mikwe, rituelles Bad und zwei Friedhöfe. Ein Teil der Gebäuden stammt aus dem 16 Jh. und das wertvollste Gebäude ist die  Alte Synagoge, die älteste erhaltene in Polen und die erste in Kazimierz. Das Gotteshaus entstand Anfang des 15. Jh., wovon die Anschrift von 1407 auf der erhaltenen Opferbüchse zeugt. Das Gebäude wurde in den Jahren 1904-13, im Neurenaissancestil umgebaut und ist heute Sitz einer Abteilung des Historischen Museums der Stadt Kraków und beherbergt die Ausstellung über die Tradition und die Geschichte der Krakauer Juden.   
Am Ende der Szeroka Straße steht die Remuh-Synagoge. Sie wurde im 16. Jh. gestiftet und im 19. Jh. umgebaut. Das Gotteshaus ist heute die einzige regelmäßig tätige Synagoge in Kraków. Von der Originalausstattung ist u.a. der steinerne Renaissance-Toraschrein in der Ostwand erhalten geblieben. Durch ein Tor in der Mauer kann man in den Remuh-Friedhof  hineingelangen. Er stellt die älteste erhaltene jüdische Nekropole in Kraków und eine der ältesten in Polen. Außer den Sarkophage-Grabsteinen gibt es hier viele freistehende Stelen, datiert von 16. bis 18. Jh.
Im jüdischen Stadtviertel befindet sich auch Neuer Platz,  auch Jüdischer Platz genannt. In seiner Mitte befindet sich das charakteristische Rundgebäude der alten Geflügelschlächterei, das 1900 erbaut wurde. In den Häusern um den Platz befinden sich viele Kneipen, Pubs und Cafés. Abends ist dieser Ort voller Leben und zeigt ein neues Gesicht des alten Stadtviertels, diesmal als künstlerisch-gesellschaftlicher Treffpunkt.
Kazimierz weist auch herrliche christliche Denkmäler auf, vor allem wunderschöne Gotteshäuser. Die imposante Fronleichnam-Kirche  an der Ecke des Wolnica Platzes, einem Teil des ehemaligen Marktplatzes von Kazimierz, wurde schon im 14. Jh. gestiftet, wobei der Bau bis in die zweite Hälfte des 15 Jh. andauerte. Ein hoher Turm mit ungewöhnlichem, manieristischem Helm stammt aus dem 17. Jh. Der prächtige Innenraum ist eine sehr gelungene Verbindung der Gotik und des Barocks.
In der Augustiańska Straße 7 befindet sich eines der herrlichsten gotischen Gotteshäuser von Kraków, die Katharina-und-Margarete-Kirche. Anliegend befindet sich das im 14. Jh. errichtete Augustinerkloster mit seinen schönen gotischen und mit Polychromie geschmückten Kreuzgängen.
Die am Gotteshaus verlaufende Skałeczna Straße führt zur berühmten Paulinerkirche Na Skałce. (Sie wurde im 18. Jh. an der Stelle eines älteren Tempels erbaut und reich ausgestattet. In ihrer Krypta der Verdienten (Eingang von Außen) ruhen prominente Persönlichkeiten, u.a. der in Kraków verliebte, bekannte Dichter Stanisław Wyspiański, der Vertreter des Jugendstils und des Symbolismus in der Malerei Jacek Malczewski, sowie der Nobelpreisträger Czesław Miłosz.

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